2020

Morgenland Festival Osnabrück 2020

Merima Ključo & Jelena Milušić © Marko Ercegović
Merima Ključo & Jelena Milušić © Marko Ercegović

»Der Balkan ist ein Körper, in dessen Brust viele Herzen schlagen. Er ist eine unergründliche Welt. Wenn man sich jedoch einmal dafür entschieden hat, in dieses Universum einzutauchen, dann führt der richtige Weg durch ebenjene Herzen, die vor musikalischer Vielseitigkeit schier übersprudeln.«

- Maja Vasiljevic, künstlerische Beraterin von Balkans Beyond Brass -

Liebe Freunde des Morgenland Festival Osnabrück,

aufgrund der Corona-Pandemie konnte das Morgenland Festival Osnabrück 2020 nicht live stattfinden. Einen Teil der geplanten Konzerte haben wir im Juni digital realisieren können und über 50.000 Zuschauer erreicht. Die ursprünglich für Dezember geplante Live-Edition ist ebenfalls im letzten Moment der Pandemie zum Opfer gefallen. Lediglich ein Konzert, die „Hommage à Dinu Lipatti“ mit Markus Schäfer und Mihai Ungureanu haben wir ohne Publikum im Sendesaal Bremen aufgeführt, aufgenommen und gedreht. Ausschnitte werden bald auf unserem Youtube Kanal zu erleben sein.
Balkans Beyond Brass

Nachdem wir 2019 die 15. Festival-Edition mit vielen wunderbaren Künstlerinnen und Künstlern feiern konnten, die uns über Jahre eng verbunden haben, haben wir unseren Blick 2020 auf den Balkan gerichtet. Wieder stand Morgenland für den musikalischen Blick nach Osten, jenseits von Klischees. „Orient" und „Balkan" scheinen hier das gleiche Schicksal zu teilen.
Ähnlich wie der Vordere Orient ist auch der Balkan geprägt von einer Vielfalt ethnischer und kultureller Einflüsse und zeigt sich als geheimnisvolles Gesicht Europas. Beeinflusst vom Byzantinischen Reich und einer über 400-jährigen Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich, von der Musik der Sepharden und Roma ist der Balkan ein wahrer Schnittpunkt von Ost und West in der Musik. So führte das Festivalprogramm BALKANS BEYOND BRASS auf eine abenteuerliche Entdeckungsreise zu ungehörten musikalischen Schätzen: von orthodoxen Gesängen bis bulgarischer Hochzeitsmusik, von der Musik der Roma und Sepharden aus Moldawien bis zu uralten Gesängen Serbiens.

Die MORGENLAND ONLINE EDITION fand vom 18. bis 27. Juni 2020 auf unserem YouTube-Kanal statt. Unsere Musikerinnen und Musiker haben in ihrer Heimat gespielt und uns 85 GB Ton- und Bildmaterial geschickt. Hieraus haben wir sechs Episoden der Morgenland Online Edition erstellt. Die Beiträge aus Sarajevo, Belgrad, Thrakien, Budapest und Thessaloniki sind nach wie vor auf unserem youtube-Kanal zugänglich. Freuen Sie sich auf Divna Ljubojević & Melódi sowie Bojana Nikolić & Serbian Voices aus Belgrad, Amira Medunjanin, Merima Ključo & Jelena Milušić aus Sarajevo, Savina Yannatou aus Thessaloniki und viele mehr!

Danke, dass Sie dabei waren. Hoffentlich sehen wir uns in 2021 wieder in der analogen Welt. Das Festival wird vom 09.-17. Juli 2021 in Osnabrück stattfinden.

Ihr Michael Dreyer

Festivalleiter

 

2020

Morgenland Festival vergibt Kompositions-aufträge

© Andy Spyra
© Andy Spyra

Osnabrück, 22. Dezember 2020 – Die „Gesellschaft der Freunde. Morgenland Festival Osnabrück“ vergibt sieben Kompositionsaufträge an Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Nationen. Ermöglicht wird dies durch private Mitgliederspenden und weitere Mittel des gemeinnützigen Vereins sowie durch die Unterstützung der Stiftung Niedersachsen, des Verkehrsvereins Stadt und Land Osnabrück e.V., terre des hommes e.V. und der Sparkasse Osnabrück. Die Kompositionen sollen im Rahmen des Morgenland Festival 2022 von der Morgenland All Star Band uraufgeführt werden. Eng mit dem Festival verbundene Künstler haben die Kompositionsaufträge in Höhe von jeweils 2.000 Euro erhalten: Jalgasbek Iles (Kasachstan), Dima Orsho (Syrien/USA), Merima Ključo (Bosnien-Herzegowina), Moslem Rahal (Syrien/Spanien), Yasamin Shahhosseini (Iran), Salman Gambarov (Aserbaidschan) und Ibrahim Keivo (Syrien/Deutschland). 

Das Morgenland Festival Osnabrück hat mithilfe seiner Förderer als eines der wenigen Festivals auch im Corona-gebeutelten Jahr 2020 seine Musikerinnen und Musiker im vollen Umfang bezahlen können. Im vergangenen Sommer wurden ihre musikalischen Beiträge im Rahmen einer Online Edition ausgestrahlt. Der Freundeskreis des Festivals geht nun noch einen Schritt weiter und verfolgt damit laut seines Vorsitzenden Prof. Dr. Karlheinz Altendorf gleich drei wichtige Ziele: „Für viele Musiker sind Kompositionsaufträge momentan die einzige Einnahmequelle. Aber Künstler aus den Regionen, die das Morgenland Festival präsentiert, erreichen solche Aufträge nur selten. Unser Verein unterstützt gemeinsam mit weiteren großzügigen Förderern ausgewählte Musiker aus eben diesen Gebieten in einer schwierigen Zeit. Ihre Kompositionen werden aber auch uns – das Osnabrücker Publikum – bereichern und nicht zuletzt das bisher eher kleine Repertoire an komponierter ‚orientalischer‘ Musik erweitern.“ 

2020

Balkans Beyond Brass

Savina Yannatou © Maarit Kytoharju
Savina Yannatou © Maarit Kytoharju

Der Balkan: ein Wirbel aus Klang – eine Welt voller Geheimnisse

von Maja Vasiljević

Der Balkan ist ein Körper, in dessen Brust viele Herzen schlagen. Er ist eine unergründliche Welt. Wenn man sich jedoch einmal dafür entschieden hat, in dieses Universum einzutauchen, dann führt der richtige Weg durch ebenjene Herzen, die vor musikalischer Vielseitigkeit schier übersprudeln.

Der Balkan gehört weder zum Osten noch zum Westen. Geopolitisch ist er ein Niemandsland - und ein Gebiet mit vielen Narben. Einige dieser Narben rühren von seiner Rolle als Durchgang. Für die einen nur Transitregion, ist er für andere vertraute Heimat. Seine Länder waren quer durch die Geschichte von den Reichen im Osten wie im Westen heißbegehrt und umkämpft. Sie waren stets und sind noch immer Brücken und Grenzen zugleich. Und doch bleiben ihre Tiefe, ihr Charakter und die vielen Talente ihrer Menschen entweder völlig im Dunkeln verborgen oder werden durch Vorurteile verschleiert.

Dem Balkan wohnt eine starke imaginäre Kraft inne. Für jeden hat sein Name einen anderen Klang und ruft andere Assoziationen und Bilder hervor. Für manche ist er der Ort ihrer Kindheit, andere (wohl die meisten) werden nie die schrecklichen Bilder eines blutgetränkten Landes vergessen, und einige blenden ihn einfach aus, zeigen ihm die kalte Schulter und sehen in ihm nur ein Anhängsel Europas, vielleicht sogar nur Ballast.

Doch sobald man sich seiner Musik zuwendet, schwindet jeder Kummer, jede Last wie von Zauberhand: Die Menschen des Balkans vergessen, wie sie vom Rest der Welt wahrgenommen werden. Im selben Augenblick, in dem sie eine vertraute Melodie hören, sich an die Verse eines Gedichts erinnern oder einen der markanten Rhythmen des Balkans vernehmen, beginnen sie alle, oft ganz unwillkürlich, sich zu wiegen und zu schwingen als wären sie ein einziger Körper. Schultern kreisen, Tränen fließen, Arme breiten sich aus wie die Flügel eines anmutigen Vogels. Manche klatschen im Takt, andere schwelgen still in der Musik oder singen mit – und alle kehren sie unbewusst in jene Zeit zurück, in der solche Klänge zum ersten Mal den Weg ins Innere ihres Herzens gefunden haben. In eine Zeit, in der es weder Worte noch ihre Bedeutungen gab. Eine Zeit vor allen Taten. Musik füllt die Leere, sie beruhigt und weckt Erinnerungen an eine Zeit, in der diese Länder noch ein glückliches Versprechen erfüllte, ein Versprechen an die Welt und an uns selbst.

Wer, wenn nicht die Musiker aus all diesen verschiedenen Ländern – deren Puls im Einklang mit dem besonderen Herzschlag des Balkans pocht, die die komplexen Rhythmen dieser Herzen unmittelbar erfassen –, wer, wenn nicht sie könnte uns die Hoffnung auf die Erneuerung dieses Versprechens zurückgeben!

"Der Balkan" – Was verbirgt sich hinter diesem Namen? Woher kommt er überhaupt? Warum wird er von Einigen immer wieder vehement und verbissen verleugnet als brächte er Unglück? Kann irgendjemand genau sagen, wo diese Region beginnt und wo sie endet? Es gibt unzählige Debatten über ihre rechtmäßigen Grenzlinien. Und doch schwinden alle Grenzen des Balkans angesichts des Klangs seiner Sprachen, der Bilder seiner Filme und nicht zu vergessen der Gerüche und Geschmäcker seiner Küche. Und labt sich die Seele nicht auch an Musik? Wenn die verbindende Kraft der Musik schwerer wiegt als Worte und Taten, wenn verschiedene Seelen von ein und demselben vertrauten Gefühl der Wärme übermannt werden, verliert jede noch so bedeutsam geglaubte spezifische Herkunft an Gewicht und weicht dem starken Gefühl eines gemeinsamen kulturellen Hintergrundes. Der Balkan ist viel mehr über eine Reihe emotionaler Koordinaten greifbar, als über das Aufzählen bestimmter Ländernamen und das Ziehen von Grenzen. Statt also immer neue Grenzen abzustecken, sollten man sie lieber für immer verwischen. Genau das gelingt über Musik fast völlig mühelos und unmittelbar. Und genau das schafft auch das Morgenland Festival seit nunmehr 16 Jahren überall dort, wo sein Scheinwerferlicht hinfällt.

Musiker aus den Balkanstaaten, die in den 90er Jahren verzweifelt versuchten, sich Gehör zu verschaffen, befanden sich auf verlorenem Posten. Sie waren ihrer emotionalen Identität beraubt, ihr kreatives Werk rückte in den Hintergrund und ihre Musik verlor ganz plötzlich ihr Publikum. Und zu all dem kam das donnernde Delirium des Brass, der alles übertönte. Brassbands gehören seit jeher zum musikalischen Erbe des Balkans und haben sicherlich ihre Berechtigung, einen großen künstlerischen Wert und ihre eigene Schönheit und Faszination. Doch ihre schiere Anzahl, ihre überwältigende und allgegenwärtige Präsenz hatten ungeahnte Konsequenzen. Brass wurde plötzlich zu einer Art Synonym für die Musik des Balkans und es schien, als gebe es nichts anderes mehr. Das war bedauerlich und entsprach vor allem nicht der Realität. Brass bot vielleicht ein Ventil für all die Gefühle, die sich während der Schrecken des Bürgerkrieges im postkommunistischen Jugoslawien aufgestaut hatten. Die Bewohner der Staaten, die damals aufeinanderprallten, fanden sich plötzlich inmitten eines ständigen Deliriums wieder. Unbeschreibliche Gräuel prägten fast über Nacht ihre kurz zuvor noch sicheren, schönen und friedlichen Länder. Die Brassmusik bot damals für viele die Möglichkeit, in einem inszenierten Wahnsinn zu schreien und zu beben, um nicht den Verstand zu verlieren.

Das diesjährige Morgenland Festival tritt an, einige falsche Vorstellungen von der Musik aus Südosteuropa zu revidieren. "Südosteuropa" ist eine geopolitische Bezeichnung, die man nach einiger Diskussion wiederentdeckt hat und die wie geschaffen zur Vermeidung des "B-Worts" scheint. Im Motto des diesjährigen 16. Morgenland Festivals kommen dagegen gleich drei B-Worte vor: es lautet "Balkans Beyond Brass". Wir möchten uns damit uns von allen Vorurteilen frei machen und das, was wir lieben, die Wurzeln, an denen wir festhalten, beim Namen nennen.

Wir wissen natürlich, dass es ein in Bulgarien aufragendes Gebirge ist, das dem Balkan seinen Namen gegeben hat. Doch es gibt noch eine andere, poetischere Geschichte über den Ursprung der Bezeichnung. Ein großer Teil des Balkans befand sich über 500 Jahre unter osmanischer Herrschaft. Die kulturellen Spuren dieser Zeit sind allgegenwärtig (auch wenn viel Energie darauf verwendet wurde und wird, sie zu verwischen) – in den Sprachen, in den mikrotonalen Harmonien der Musik, im Essen, in der Architektur (zumindest dort, wo diese erhalten ist), bis hin zur Religion. Die türkischen Worte bal und kan bedeuten nun zufällig Honig und Blut! Wörtlich handelt es sich beim BAL-KAN demnach um "das Land von Honig und Blut".

Sowohl online als auch live erwartet das Publikum eine hochkarätige, spannende und überraschende Vielfalt an Musik und Musikern aus dem Balkan jenseits von Brass-Musik.

Die einzigartigen musikalischen Spuren dieses Erbes führen in die dichten Wälder des Balkans, in seine atemberaubend schönen mittelalterlichen Kirchen und freskenreichen Klöster, in seine kleinen Dörfer, zu einsiedlerischen Hirten auf Berggipfeln, in herrschaftliche Paläste, auf bezaubernde Inseln und sogar auf Schlachtfelder und ganz besonders in Grenzgebiete. Dieses Jahr erwarten unser Publikum die Zauberkünste rumänischer und moldawischer Lăutari, die atemberaubenden Fähigkeiten bulgarischer Kaval-Spieler,  die faszinierenden, mäandernden Gesänge byzantinischer Cherubim aus Altserbien, nostalgische sephardische Klänge aus Thessaloniki, fesselnde neuentdeckte Akkordeonmusik aus Sarajevo, eindringlicher A-capella-Gesang aus Serbien und vieles mehr.

Die Maramureș, Bosnien, Serbien, Mazedonien, Kosovo, Thrakien, Chalkidiki, Byzanz und Konstantinopel; Sarajevo, Mostar, Thessaloniki, Tuzla, Belgrad and Ohrid; die Küsten des adriatischen, ionischen, ägäischen und des Schwarzen Meeres und viele mehr – von all diesen Orten kommen die Künstler, die dem Publikum des Morgenland Festivals einen exklusiven Einblick in die musikalische Welt des Balkans geben werden.

Einen endgültigen Konsens über die Grenzen des Balkans werden wir wohl nie erreichen, doch wir können all seine Herzen zu einem vereinen. Zu einem riesengroßen, bunt schillernden, faszinierenden Herzen, das für und durch Musik schlägt. Die 16. Auflage des Morgenland Festivals trägt also ihren Teil zur Lüftung des Geheimnisses und zur Lösung des Rätsels Balkan bei. Wir tun das auf unsere übliche Weise – indem wir mit Ihnen zusammen die Musik feiern und großartige Musiker an einem Ort versammeln.

Ist es nicht erstaunlich, dass eine derart reiche und mannigfaltige Kultur noch immer ein unbekanntes Terrain sein kann, eine terra incognita, und das, obwohl es nur einen Steinwurf von Westeuropa entfernt liegt? Der Balkan ist so nah, nicht weit östlich von Triest. Vielleicht, ja vielleicht, hat uns der Balkan-Brass einfach allzu lang betäubt. Lassen Sie uns den unheimlichen Reichtum der musikalischen Schätze bestaunen, die seit Jahrhunderten in dieser Region schlummern.

Das 16. Morgenland Festival zeigt den unbekannten Balkan: Morgenland präsentiert "Balkans Beyond Brass"!

Maja Vasiljević wurde in Belgrad geboren. 1991 zog sie nach Spanien. Sie schreibt und moderiert das Programm 'Rumbo al Este' ("Richtung Osten") auf Radio Clásica, dem Klassiksender der spanischen Rundfunkanstalt RNE, und ist künstlerische Beraterin von Balkans Beyond Brass beim Morgenland Festival Osnabrück.

 

2020

Morgenland Festival Osnabrück 2020

Bogdan Văcărescu © Sarah Emma Smith
Bogdan Văcărescu © Sarah Emma Smith

 

»Der Balkan ist ein Körper, in dessen Brust viele Herzen schlagen. Er ist eine unergründliche Welt. Wenn man sich jedoch einmal dafür entschieden hat, in dieses Universum einzutauchen, dann führt der richtige Weg durch ebenjene Herzen, die vor musikalischer Vielseitigkeit schier übersprudeln.«
-Maja Vasiljevic, künstlerische Beraterin von Balkans Beyond Brass-

 

Liebe Freunde des Morgenland Festival Osnabrück,

in dieser besonderen Zeit, die von uns allen auf intensive Weise Rücksichtname und Solidarität verlangt, freue ich mich ganz besonders, Ihnen unser diesjähriges Programm präsentieren zu können. Aufgrund der aktuellen Situation haben wir uns für zwei Versionen entschieden: Im Juni ist zunächst eine Online-Edition und im Dezember, sofern hoffentlich möglich, eine Live-Edition zu erleben. Beide Formate stehen unter dem Motto BALKANS BEYOND BRASS.

Nachdem wir im vergangenen Jahr das 15. Festivaljubiläum mit vielen wunderbaren Künstlerinnen und Künstlern feiern konnten, die uns bisher eng verbunden haben, beschreiten wir in diesem Jahr neue Wege. Wieder steht Morgenland für den musikalischen Blick nach Osten, jenseits von Klischees. „Orient" und „Balkan" scheinen das gleiche Schicksal zu teilen, wenn es um musikalische Klischees geht.
Ähnlich wie der Vordere Orient ist auch der Balkan geprägt von einer Vielfalt ethnischer und kultureller Einflüsse und zeigt sich als geheimnisvolles Gesicht Europas. Beeinflusst vom Byzantinischen Reich und einer über 400-jährigen Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich, von der Musik der Sepharden und Roma ist der Balkan ein wahrer Schnittpunkt von Ost und West in der Musik. So führt das Festivalprogramm BALKANS BEYOND BRASS auf eine abenteuerliche Entdeckungsreise zu ungehörten musikalischen Schätzen: von orthodoxen Gesängen bis bulgarischer Hochzeitsmusik, von der Musik der Roma und Sepharden aus Moldawien bis zu uralten Gesängen Serbiens.

Die MORGENLAND ONLINE EDITION wird im ursprünglichen Festivalzeitraum vom 18. bis 27. Juni auf unserem YouTube-Kanal stattfinden. Unsere Musikerinnen und Musiker spielen in ihren Heimatländern und werden Sie mit Konzerten und Hintergrundinformationen aus Sarajevo, Belgrad, Thrakien, Budapest und Thessaloniki begeistern. Freuen Sie sich auf Divna Ljubojević & Melódi sowie Bojana Nikolić & Serbian Voices aus Belgrad, Amira Medunjanin, Merima Ključo & Jelena Milušić aus Sarajevo, Savina Yannatou aus Thessaloniki und viele mehr!

Entdecken Sie mit uns den unbekannten Balkan, entdecken Sie BALKANS BEYOND BRASS – ab 18. Juni online und vom 3. bis 6. Dezember 2020 live an verschiedenen Osnabrücker Konzertorten.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Michael Dreyer
Festivalleiter

2020

Absage Live Edition Morgenland Festival 2020

© Andy Spyra
© Andy Spyra

Die für den 3. bis 6. Dezember 2020 geplante Live-Ausgabe des Morgenland Festival Osnabrück findet aufgrund der aktuellen Corona-Lage nicht statt. Schweren Herzens müssen wir uns für eine Absage entscheiden. Der Bund-Länder-Beschluss, keine Kulturveranstaltungen stattfinden zu lassen, betrifft zwar aktuell nur den Monat November. Wir rechnen aber nicht mehr damit, dass unsere Künstler bereits Anfang Dezember problemlos aus dem Ausland einfliegen können und unser geplantes Programm BALKANS BEYOND BRASS angemessen realisiert werden kann. Leider werden wir auch in einem Monat noch mit Einschränkungen leben, die alles, was ein Festival ausmacht, unmöglich machen. Mit der Absage tragen wir zudem Sorge für die Gesundheit unseres Publikums, unserer Musiker und unseres Teams.

Geplant war das diesjährige Morgenland Festival bereits im Juni an verschiedenen Konzertorten in Osnabrück. Nach dem Lockdown im vergangenen März entwickelten wir innerhalb von wenigen Wochen mit einer Online Edition ein alternatives Format: Vom 18. bis 27. Juni konnten sechs Konzerte auf dem Morgenland-YouTube-Kanal präsentiert werden. Über 40.000 Mal wurden die Konzerte aufgerufen, mehrere Stunden wurden u. a. im Deutschlandfunk Kultur, im NDR und im Radio Nacional in Spanien übertragen.

Dass eine Live-Ausgabe im Dezember folgen könnte, schien seit dem Spätsommer im Bereich des Möglichen zu liegen. Wir haben bis vor einer Woche gehofft und die Szenarien bis dahin immer wieder angepasst. Die derzeitige Lage lässt uns jedoch keine Wahl mehr. Wir sind unseren Förderern dankbar, dass sie diesen schwierigen Weg mit uns gegangen sind. Jetzt geht es nicht um ein ‚mit dem Kopf durch die Wand‘, sondern darum, dass wir gesund durch den Winter kommen und alle finanziellen Verluste so gut wie möglich begrenzen. Wir bin sehr froh, dass wir es geschafft haben, alle Musiker zu bezahlen. Das war von Anfang an eine Priorität bei unseren Planungen.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Michael Dreyer
Festivalleitung