Über das Festival
2026 übernimmt Shabnam Parvaresh die künstlerische Leitung des Morgenland Festival Osnabrück vom Festivalgründer und Intendanten Michael Dreyer und knüpft an dessen Vision an, Menschen durch Musik zusammenzubringen. Sie versteht das Festival als eine Bühne für die Musik von morgen – mit Mut zum Unbekannten und dem Wunsch, Zukunft gemeinsam zu gestalten. Das Festival schafft einen Raum der Resonanz, in dem sich Menschen begegnen, um im Dialog eine neue gemeinsame Sprache zu entwickeln. Dabei wird der Begriff Morgenland nicht mit einem geografischen Bezug verstanden, sondern als kreativer Impulsgeber für musikalische Neugier und Aufbruch.
Für ihr erstes Festival als künstlerische Leiterin legt sie den Schwerpunkt auf Stimmen der Diaspora: vielschichtige künstlerische Positionen, die Mehrfachzugehörigkeiten, Erinnerungen, Schmerz und Hoffnung sowie biografische Auf- und Umbrüche in ihrem Schaffen verarbeiten und zeigen, wie sich Veränderung und Disruption in kreative Kraft verwandeln lassen. Diese Positionen reflektieren auch Parvareshs eigenen Werdegang: 2013 verließ sie den Iran, um in Deutschland Musik zu studieren. Seitdem etablierte sie sich als freischaffende Künstlerin und Kuratorin.
Das Morgenland Festival Osnabrück widmet sich seit seiner Gründung im Jahr 2005 durch den ehemaligen Festivalleiter Michael Dreyer den vielfältigen Musikkulturen des Nahen und Mittleren Ostens. Von traditioneller Musik bis zu Avantgarde, Jazz und Rock zeigte es den musikalischen Facettenreichtum einer Region, die im öffentlichen Bild häufig auf Krisen und Konflikte reduziert wird.
Das Festival entwickelte sich zu einer der taktgebenden Plattformen des interkulturellen Dialogs und realisierte Chor- und Orchesterprojekte im Iran, Irak, in Syrien, Jordanien, Kasachstan, im Libanon, in der Türkei, in Kirgisistan und in den Niederlanden. 2013 lud es 65 Musiker aus neun Ländern zu einem mehrtägigen Gastspiel nach Erbil und Sulaimaniyya in Kurdistan/Irak ein. Der erste Auftritt eines westlichen Symphonieorchesters im Iran nach 1979 oder die Iran-Premiere der Bach’schen Johannes-Passion waren weitere Höhepunkte in der Geschichte des Festivals.
Eine äußerst umfangreiche Presseresonanz (BBC, CNN, ARTE, 3sat, ARD, Spiegel, Stern, FAZ, New York Times, Washington Post, Tehran Times, Hindu Post, Syria Times) sowie jährliche Auslastungszahlen von knapp 100 % dokumentieren den besonderen Stellenwert dieses Festivals.
Über die künsterlische Leiterin Shabnam Parvaresh:
Shabnam Parvaresh ist Klarinettistin, Bildende Künstlerin und Kuratorin aus Teheran. Nach ihrem Kunststudium und Privatunterricht an der Klarinette spielte sie im Teheraner Symphonieorchester. 2013 zog sie nach Deutschland, um Jazz-Klarinette in Osnabrück zu studieren. Ihre Musik verbindet persische Einflüsse mit Elektronik, Improvisation und Jazz. 2020 gründete sie das Sheen Trio, dessen zweites Album Transitory im Januar 2026 beim Schweizer Label Unit Records erschien. Sie gibt national und international Konzerte – als Solokünstlerin, Bandleaderin und in Projekten wie Kind von Jan Klare oder Wearing Words von Emily Wittbrodt – und spielte u. a. bei der Cologne Jazzweek, Winterjazz Köln,dem Moers Festival, den Leipziger Jazztagen, dem Herzbergfestival und dem Bass Clarinet Festival (NL).
Außerdem gründete sie die Konzertreihe Klangfenster in der hase29 . Ab 2026 übernimmt sie die künstlerische Leitung des Morgenland Festival Osnabrück. Ihre Werke als Bildende Künstlerlin wurden in Soloausstellungen in Teheran, Osnabrück und den Vereinigten Arabischen Emiraten gezeigt, 2022 war sie für den Osnabrücker Kunstpreis nominiert.

